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 12.04.2017

TSG 1899 Hoffenheim

Fabian Veit: "Zeit hier hat mir die Augen geöffnet"

Fabian Veit: "Zeit hier hat mir die Augen geöffnet"

Gestern spielten sie noch für die TSG, heute sind sie in den USA am Ball und verknüpfen Leistungssport mit Studium. An den Universitäten in den Vereinigten Staaten lebt der Traum von der Profi-Karriere weiter, es eröffnen sich aber auch neue Möglichkeiten. Achtzehn99.de porträtiert in einer Serie vier junge Fußballer, die einst in der achtzehn99 AKADEMIE am Ball waren und nun ihr Glück an einer US-Universität suchen. Heute: Fabian Veit.
 

Von der U15 bis zur U19 stand Fabian Veit einst im Tor der TSG-Nachwuchsmannschaften. 2010 war der gebürtige Heidelberger gar Teil der A-Junioren-Mannschaft, die sich in Berlin den bislang einzigen Hoffenheimer Triumph im DFB-Junioren-Pokal sichern konnte. Im gleichen Jahr gewann Veit mit seiner Mannschaft auch den badischen Pokal, den er 2011 zum Abschluss seiner fünf Jahre währenden Zeit in der achtzehn99 AKADEMIE verteidigte.

Nachdem der Keeper jeweils eine Spielzeit bei der U23 des FC-Astoria Walldorf und des Karlsruher SC verbracht hatte, ging er im Sommer 2013 in die USA, wo er als „student-athlete“ an der University of Charleston (UC) im Bundesstaat West Virginia BWL, Accounting und Finance studiert und einen sogenannten Triple-Major-Abschluss anstrebt. Schon in wenigen Wochen wird er seinen Bachelor haben.

Mit seinem College-Team, den UC Golden Eagles, spielt er in der National Collegiate Athletic Association (NCAA) und ist dort aufgrund der Größe seiner Uni in der Division II vertreten. Dort hat Veit bereits große Erfolge feiern können. Neben seiner persönlichen Auszeichnung als Scholar All-American gelang ihm mit seinem Team in den vergangenen vier Jahren zwei Mal der Sprung in das Finale der Nationalen Meisterschaft. Zudem erreichten die Golden Eagles mit Veit ein weiteres Mal das Halbfinale. Zum ganz großen Wurf, dem ersten National-Championship-Titel für sein College, reichte es jedoch noch nicht.

 

Fabian, was hat dich in die USA verschlagen?

Fabian Veit: Anfang 2013 habe ich realisiert, dass ich mich neben dem Fußball auch akademisch weiterbilden möchte. Da die Kombination Fußball und Studium in Deutschland meistens nur schwer realisierbar ist, habe ich mich nach anderen Möglichketen umgeschaut und durch die Kontaktaufnahme von Monaco Sports erstmals mit dem Gedanken eines Sportstipendiums in den USA gespielt. Nach und nach habe ich dann festgestellt, dass der Schritt in die USA genau das Richtige für mich und meine Zukunft ist. Mir persönlich haben dann kleinere Universitäten mehr imponiert, da ich es als sehr wichtig empfinde, engen Kontakt mit Professoren und Mentoren zu knüpfen.

Und warum dann genau die University of Charleston?

Veit: Das Gesamtpaket hat mich dort einfach am meisten überzeugt. Ich war auf der Suche nach einer akademisch-hochwertigen Ausbildung, gepaart mit einer sportlich reizvollen Aufgabe. Zurückblickend war UC wahrscheinlich wirklich die beste Entscheidung, da ich nicht nur akademisch, sondern auch im Sport große Erfolge feiern konnte.

Wie müssen wir uns das fußballerische Niveau in deiner Mannschaft vorstellen?

Veit: Ich hatte diesbezüglich nicht die allerhöchsten Erwartungen, wurde aber schon beim ersten Mannschaftstraining sehr positiv überrascht. Da unser Team nur aus internationalen Spielern und Trainern mit toller fußballerischer Ausbildung besteht, konnte ich dort sogar noch sehr viel Neues lernen. Die erste Elf bestand dieses Jahr zum Beispiel nur aus Spielern aus Brasilien, England, Frankreich, Italien, Ghana und Deutschland.

Und wie ist es um das Niveau der Liga bestellt?

Veit: Generell würde ich das Level der meisten College-Teams zwischen der Oberliga und Regionalliga einordnen. In der regulären Saison kann es allerdings schon mal vorkommen, gegen einen schwächeren Gegner spielen zu müssen, da nicht jede amerikanische Universität so viel in ihr ,Men’s Soccer Team‘ investiert. Sobald es allerdings um die Conference- oder sogar die Nationale Meisterschaft geht, trifft man ständig auf starke Gegner.

Und wie sind eure Rahmenbedingungen?

Veit: Absolut professionell. Hier gibt es alles, was das Sportlerherz begehrt. Da wir allerdings eine eher kleine Universität sind, halten sich bei uns die Zuschauerzahlen in Grenzen. Wir haben in regulären Saisonspielen etwa 400 Zuschauer, sehen aber einen Trend nach oben, da selbst Leute, die nichts mit der Uni zu tun haben, mehr und mehr zu den Spielen kommen.

Musstest du dich denn anfangs sehr umstellen - sowohl fußballerisch als auch allgemein?

Veit: Bevor das Abenteuer USA begann, war ich ein wenig besorgt, ob meine sprachlichen Kenntnisse ausreichen, um an einer amerikanischen Universität zu studieren. Dort angekommen habe ich schnell gemerkt, dass ich nicht der Einzige mit dieser Sorge bin. Da es viele internationale Studenten in Amerika gibt, wird viel Unterstützung von den Universitäten angeboten. Schon nach wenigen Wochen habe ich mich super zurechtgefunden.

Also gar keine Probleme?

Veit: Na ja, die Anfangszeit war manchmal schon schwierig. Auf der einen Seite waren die neue Umgebung und die Leute sehr interessant, auf der anderen Seite habe ich meine Familie und engsten Freunde sehr vermisst. Durch deren tolle Unterstützung und die heutigen technischen Möglichkeiten habe ich mich daran allerdings schnell gewöhnt. Zudem haben mich die anderen Studenten und Mannschaftskollegen sehr gut aufgenommen, was mir die schon große Veränderung leichter gemacht hat.

Wie sieht dein Leben am College konkret aus?

Veit: Ich würde es als sehr geregelt bezeichnen. Falls keine individuellen Trainingseinheiten am Morgen anstehen, ist der Fokus am Vormittag vollkommen auf die Uni gerichtet. Um 15 Uhr beginnen die Teambesprechungen mit anschließendem Mannschaftstraining. Danach hat man den Rest des Tages zur freien Gestaltung. Normalerweise setzt man sich in Gruppen zusammen und lernt den neuen Unterrichtsstoff. Während der Saison wird der Ablauf allerdings um einiges anspruchsvoller, da pro Woche zwei Spiele stattfinden. Um die Fehlzeiten bei den Vorlesungen zu kompensieren, ist sehr viel Disziplin nötig. Dennoch wird viel Verständnis für die sportlichen Aktivitäten aufgebracht, und man wird selbst von den Professoren toll unterstützt.

Wenn du den Fußball in den USA und in Deutschland vergleichst: Wo haben die Amerikaner vielleicht Vorteile und was ist in Deutschland besser?

Veit: Da ich nebenbei Trainer der West Virginia U14 Auswahlmannschaft bin und ebenfalls noch einige talentierte Torhüter coache, konnte ich schon viele Erfahrungen bezüglich der US-Soccer-Philosophie sammeln. Die Vorteile der amerikanischen Spieler liegen klar im athletischen Bereich. Es ist schon sehr beeindruckend, zu sehen, wie motiviert viele Spieler an ihrer körperlichen Fitness arbeiten. Man merkt allerdings auch, dass die taktische und technische Ausbildung noch etwas verbesserungswürdig ist. Deshalb kann man generell sagen, dass die deutsche Ausbildung breiter gefächert ist und den Spielern wahrscheinlich eine bessere Grundlage für die komplexen Anforderungen im heutigen Profigeschäft gibt.

Blicken wir mal zurück auf deine Zeit an der achtzehn99 AKADEMIE. Welche Erinnerungen hast du, wenn du daran zurückdenkst?

Veit: Sehr positive. Zum einen war ich stets von klasse Typen umgeben, mit denen ich viel Spaß auf und neben dem Platz hatte. Speziell unser Torwartteam war immer etwas Besonderes für mich. Obwohl wir im Endeffekt auch Konkurrenten waren, haben wir uns immer ausgezeichnet miteinander verstanden und uns gegenseitig motiviert. Unter Anleitung von Michael Rechner wurde zudem noch viel in eine einheitliche Torwartphilosophie investiert, wovon ich sehr profitieren konnte. Durch Michaels individuelle Interpretation des Torwartspiels konnte ich meine eigene Spielart optimieren. Die Erfahrungen, die ich täglich in seinen Trainingseinheiten sammeln durfte, haben meine fußballerische Laufbahn und Verständnis sehr geprägt.

Wie sehen deine Zukunftspläne aus? Was möchtest du nach deiner Collegezeit machen?

Veit: Die Zeit an der University of Charleston und in Amerika generell hat mir wirklich die Augen geöffnet. Ich habe viele Erfahrungen sammeln können, die mir dabei geholfen haben, neue Ziele in meinem Leben zu definieren. Obwohl ich bereits intensiv an einigen meiner Geschäftsideen arbeite, bin ich mir im Moment noch nicht sicher, ob es schlau ist, mich direkt selbstständig zu machen. Aus diesem Grund möchte ich eventuell erst ein wenig Berufserfahrung sammeln oder einen Master in Entrepreneurship machen. Ich freue mich aber sehr auf die anstehenden Aufgaben!

 

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SO IST DER COLLEGE-SPORT ORGANISIERT

Die National Collegiate Athletic Association (NCAA) ist ein Freiwilligenverband, über den viele Colleges und Universitäten der USA ihre Sportprogramme organisieren. Sie umfasst über 1.280 Einrichtungen, Organisationen und Einzelpersonen, die sich den Interessen und der Ausbildung der studentischen Athleten verpflichtet fühlen. Die NCAA hat ihren Sitz in Indianapolis.

Aufgrund der großen Zuschauerbeliebtheit und der entsprechenden Vermarktung durch die Medien nimmt der Universitätssport in den USA einen sehr hohen Stellenwert ein. 1973 führte die NCAA in ihren Mitgliedsanstalten ein Drei-Divisionenmodell mit jeweils einer Division I, II und III ein, wobei nur Colleges der ersten beiden Einstufungen Stipendien für Sportler verleihen können. Im Normalfall gehören größere Universitäten der Division I an, während kleinere Schulen in den Divisionen II und III antreten.

Innerhalb der NCAA sind viele Universitäten in Conferences organisiert, darunter zum Beispiel die für ihre Elite-Unis Harvard, Princeton oder Yale bekannte „Ivy League“. Zu den sportlich erfolgreichsten Conferences gehören zum Beispiel die „Atlantic Coast Conference“ (ACC), die Big Ten Conference (B1G) oder die Southeastern Conference (SEC).

Durch die Vielzahl an Stipendien- und Trainingsmöglichkeiten bieten die Hochschulen der NCAA deutlich mehr guten Sportlerinnen und Sportlern optimale Trainingsmöglichkeiten, als dies in Deutschland der Fall ist. In der Regel wird das Studium und somit die Sportkarriere in vier Jahren (à zwei Semestern) absolviert: 1. Freshman, 2. Sophomore, 3. Junior, 4. Senior. Die besten Sportler werden am Ende einer Saison in die Profi-Ligen gedraftet, das heißt, sie werden von Profi-Teams auserwählt und mit einem Vertrag ausgestattet.

Zu den sportlich erfolgreichsten Universitäten in den zuschauerstärksten Sportarten zählen die Universitäten von UCLA, Kentucky, Duke, Indiana und North Carolina (Basketball) sowie Princeton, Yale, Notre Dame und Alabama (American Football). Aktueller Titelträger im Fußball ist die Stanford University (Kalifornien).

Die Athletik-Sparten der Unis und Colleges verfügen jeweils über Nicknames, also Spitznamen, die vorwiegend aus der Tierwelt (Tigers, Lions, Bears, Wildcats, Cardinals etc.) stammen, aber auch einen historisch-kulturellen (Hoosiers, Irish, Mountaineers etc.) oder religiösen (Devils, Quakers etc.) Bezug haben können.