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 01.08.2015

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Florida State: Ein Paradebeispiel für College-Fußball

Großes Zuschauerinteresse bei den Spielen des Frauenteams (Foto: FSU)

Leistungssport ist in den USA vollkommen anders organisiert als in Deutschland. Das ist wahrlich keine neue Erkenntnis. Während hierzulande Vereinsstrukturen vorherrschen, ist in Übersee die staatliche Unterstützung wesentlich größer. Im Fußball macht sich das bereits in der Ausbildung von Talenten bemerkbar. Trainiert wird nicht in Vereinen, sondern an Schulen und Universitäten. Finanziert durch den Staat und Sponsoren.

Der College-Fußball hat dadurch vielerorts ganz andere Möglichkeiten, als der Vereinsfußball. „Wir haben ein sehr hohes Budget, das uns erlaubt, die besten Technologien für unsere Spielerinnen einzusetzen. Die Sporteinrichtungen sind fantastisch und die Spielerinnen können sie zu jeder Zeit nutzen“, sagt etwa Mike Bristol. Er ist Trainer an der Florida State Universität, die ein Paradebeispiel für College-Fußball ist.

Das Frauenfußballteam spielt seit Jahren erfolgreich in der NCAA Division 1, der höchsten Liga im amerikanischen Universitätsfußball. In den zurückliegenden zehn Jahren erreichte die Florida State, für die schon Ex-Nationalspielerin Viola Odebrecht kickte, unter 320 Teams immer einen Top 10 Platz. In der vergangenen Saison wurde sogar der nationale Meistertitel errungen. Unter anderem mit Isabella Schmid, die in der Frauen-Bundesliga zuvor für den SC Freiburg spielte.

Dickes Lob für Isabella Schmid

Und wenn Bristol auf die 22-jährige Mittelfeldspielerin aus Wangen zu sprechen kommt, gerät er regelrecht ins Schwärmen: „Isabella könnte jedem Club auf der Welt weiterhelfen. Ja, ich bin sogar davon überzeugt, dass sie es bis in die deutsche Frauen-Nationalmannschaft schaffen kann.“

An der Florida State sei Schmid eine komplettere Spielerin geworden, glaubt Bristol. „Als sie hier ankam, war sie bereits eine talentierte Offensivspielerin. Wir haben ihr zusätzlich dabei geholfen, ihre Athletik zu verbessern und ihr mehr Selbstvertrauen im Angriffsspiel zu geben.“

 


Vor allem auf individuelle Betreuung wird an der Florida State sehr viel Wert gelegt. Dabei kann die Universität auf den neuesten Stand der Technik zurückgreifen. Bei jedem Training werden die Spielerinnen durch Herzfrequenz-Messgeräte und GPS-Empfänger überwacht. Vier bis fünfmal pro Woche finden zudem Videoanalysen statt. Dafür stehen mit Prozone3 und SportsCode Gamebreaker gleich zwei Technologien zur Verfügung. Mit speziellen Uhren können die Spielerinnen zudem ihren Schlafrhythmus überwachen. Technik wird beim Training am amerikanischen College somit großgeschrieben. Auch das Athletiktraining hat in den USA traditionell einen hohen Stellenwert.

Spielerinnen lernen neue Trainingsmethoden kennen

Für Bristol ist all das ein Vorteil: „Die Vereine in Deutschland leisten sehr gute Arbeit. Jedes Jahr bringen sie zahlreiche Top-Talente heraus. Bei uns lernen die Spielerinnen jedoch noch einmal ganz andere Trainingsmethoden und -ansätze kennen. Dadurch können wir ihre Weiterentwicklung zusätzlich fördern.“

 

Eine Spielerin, die beide Trainingswelten kennt, ist die Isländerin Dagny Brynjarsdottir. Die 23-jährige Mittelfeldspielerin wechselte im Januar 2015 für ein halbes Jahr von der Florida State zum FC Bayern München, mit dem sie gleich Deutscher Meister wurde. Für sie hat der amerikanische Fußball aufgrund seiner individuellen Betreuungsmöglichkeiten die Nase vorn: „Dir stehen die Trainer und die Traningseinrichtungen jeden Tag und zu jeder Zeit zur Verfügung.“

Doch welches System eine Spielerin bevorzugt, ist letztendlich auch eine Frage der eigenen Mentalität. Der leitungsbezogene, auf technische und staatliche Unterstützung bauende Athletikfußball der USA ist nicht besser oder schlechter als der traditionelle Vereinsfußball in Deutschland. Er ist anders. Und aus beiden Strukturen sind in den vergangenen Jahren erfolgreiche Nationalmannschaften entwachsen.

Daher scheut auch Bristol letztendlich davor zurück, den amerikanischen College-Fußball dem deutschen Fußball vorzuziehen: „Dazu kenne ich die Möglichkeiten der deutschen Bundesligateams auch zu wenig. Ich kann nur sagen, dass unsere Einrichtungen und unsere Technologie allesamt erstklassig sind.“

Trophäenwand (Foto: FSU)

Isabella Schmid (r.) für die FSU am Ball (Foto: FSU)